16.11.2018 | Dosieranlagen & Dosierroboter

Optimale Kapazitätsauslastung

Für den Automobilzulieferer Continental hat RAMPF Production Systems eine innovative Produktionsanlage für das Fertigen optisch geklebter Displays entwickelt und produziert. Aufgrund eines patentierten Fügeverfahrens und einem sehr hohen Automatisierungs- und Flexibilitätsgrad gewährleistet die Anlage für eine optimale Kapazitätsnutzung.

Ob Automobilanwendungen, mobile Geräte, GPS, Industriemonitore, Navigationsgeräte oder Wearables: Mit jeder neuen Generation von Elektronikgeräten verlangen Kunden nach höherer Leistung und verbesserten Funktionen.

Das gilt auch für Displays: bessere Lesbarkeit, höhere Strapazierfähigkeit, dünnere Designs und eine längere Lebensdauer sind nur einige der meistgefragten Qualitäten.

Um diese Anforderungen erfüllen zu können, setzen führende Unternehmen auf die sogenannte Optical Bonding-Technologie, ein Klebeverfahren, das mittels eines flüssigen, optisch klaren Klebstoffs zwei lichtdurchlässige Fügeteile miteinander verbindet.

Glaskar – dank Optical Bonding

Dabei füllt der Klebstoff die Lücke zwischen dem LCD-Modul und dem Deckglas, wodurch eine signifikante Verbesserung der Displayqualität erzielt wird. Eine besondere Herausforderung stellt der Auftrag des Klebstoffes dar. Hierfür hat RAMPF ein vollautomatisches Fügeverfahren entwickelt, das für einen prozesssicheren, luftblasenfreien Auftrag sorgt und auch gleich das Fügen der Bauteile beinhaltet.

„Mit dem von uns entwickelten Produktionsprozess wird die Ausschussrate auf nahezu null gesenkt“, sagt Sascha Bender, Key Account Manager bei RAMPF Production Systems. „Doch das ist bei weitem nicht der einzige Vorteil.“

Mit Offenheit und Transparenz zum Erfolg: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Projekt war die sehr enge Zusammenarbeit der beiden Vertragspartner. So wurden von RAMPF im hauseigenen Technikum mehrere Prototypen entwickelt, auf denen die Experten von Continental ihre Produktion testen konnten. Die Kommunikation war sehr offen und transparent, und somit konnten wir die Zielvorgaben unseres Kunden vollumfänglich und in kurzer Zeit umsetzen

so Sascha Bender, Key Account Manager bei RAMPF Production Systems.

Maßgeschneiderte Anlage für Continental Denn für Continental, einem führenden Hersteller optisch geklebter Displays für die Automobilindustrie, wurde auf Basis dieses Fügeverfahrens eine Anlage entwickelt, die mit einem maximalen Automatisierungs- und Flexibilitätsgrad neue Maßstäbe setzt.

Die Displays von Continental werden unter anderem von führenden Automobilherstellern eingesetzt. In den vergangenen Jahren hat RAMPF zahlreiche Anlagen für die Herstellung optisch geklebter Displays an Continental geliefert. Die vollautomatisierten
Produktionssysteme sind weltweit im Einsatz und produzieren im Dreischichtbetrieb optisch geklebte Displaybaugruppen.

Nun wollte Continental jene Anlagentechnik, die für die Displayherstellung für Pkws eingesetzt wird, auch in der Nutzfahrzeugproduktion einsetzen. Da hier im Vergleich zum Pkw-Bereich deutlich niedrigere Stückzahlen produziert werden, musste die Anlage einen sehr hohen Flexibilitätsgrad aufweisen, um eine maximale Anzahl unterschiedlicher Produkte herstellen zu können. Das Ziel lautete demzufolge: optimale Kapazitätsauslastung.

Investition in die Zukunft

Gemäß dieser Vorgaben konzipierte RAMPF eine Produktionsanlage, die auf dem Kernprozess unter Vakuum dosierter und gefügter Displaybaugruppen basiert. Um eine höchstmögliche Flexibilität zu erreichen, wurde zudem ein maßgeschneidertes Werkstückträgersystem entwickelt, welches die verschiedenen Baugruppen durch die Anlage transportiert. Um verschiedenartige Produkte fertigen zu können, müssen lediglich die Werkstückträger getauscht werden.

Seit August 2017 stellt die Produktionsanlage in einem Reinraum des  Continentalwerks in Budapest Baugruppen im Minutentakt her. Der hohe Flexibilitätsgrad ermöglicht es Continental, die Anzahl verschiedener Produkte immer weiter zu erhöhen. „Die Anlage ist somit auch eine Investition in die Zukunft“, betont Sascha Bender. „Denn  Continental hat nun die Möglichkeit, mit seiner Displaytechnologie weitere Kundenkreise zu erschließen – und das, ohne ein großes Investment tätigen zu müssen.“